Bildungsgutscheine statt Ferienschule

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie hatten und haben massive Folgen für den Unterricht. Sie verlangen den Schülerinnen und Schülern und Lehrkräften, aber auch den Eltern viel ab. Deshalb brauchen die Schülerinnen und Schüler zielführende und individuelle Unterstützung und keinen Unterricht in den Ferien.

Warum Unterricht in den Ferien nicht die Lösung ist

Derzeit wird diskutiert, ein kostenloses und freiwilliges Unterrichtsangebot in den Schulferien zu schaffen. Die aktuelle Situation ist sowohl für die Schülerinnen und Schülern als auch die Lehrkräfte und Eltern eine große Herausforderung: Technische Schwierigkeiten, wenig Motivation, vieles muss eigenständig erarbeitet werden. Die Sehnsucht nach Präsenzunterricht ist groß und Erholung können alle gut gebrauchten. Deshalb sollte man die versäumten Inhalte nicht in den Ferien aufarbeiten und alle damit weiter belasten. Es müssen vielmehr individuelle Lösungen für die Schülerinnen und Schüler gefunden werden. 

Viel Aufwand, wenig zielführend

Darüber hinaus sind einige Fragen über die Gestaltung eines solchen Unterrichtsangebots in den Ferien offen: 

  • Wird es in Präsenz oder digital stattfinden? 
  • Wann soll es stattfinden (Ostern, Sommer)?
  • Was soll überhaupt unterrichtet werden? 
  • Wer soll die Angebote ausarbeiten und durchführen? 

Es bleibt nicht mehr viel Zeit. Besonders für Abschlussjahrgänge kommt ein solches Angebot viel zu spät. Darüber hinaus können individuelle Fragen und Bedarfe nur sporadisch abgedeckt werden. Viele Lehrerinnen und Lehrer sind sehr engagiert und versuchen neben technischem Support und Einarbeiten in neue Systeme, bestmöglichen (digitalen) Unterricht zu liefern. Sie sollten jetzt entlastet werden und Unterstützung erhalten.

Online-Learning muss funktionieren

Bevor darüber nachgedacht wird, wie Probleme in der Zukunft gelöst werden können, sollten die Grundlagen für guten digitalen Unterricht erst mal geschaffen werden. Noch immer gibt es in Verl Schülerinnen und Schüler, die auf ein iPad vergeblich warten und mit dem Smartphone an Videokonferenzen und am Online-Learning teilnehmen. Ein Smartphone reicht dafür nicht aus. Darüber hinaus fehlt ein digitaler Hausmeister, der sich um technische Probleme kümmert, bis heute. Außerdem gab es nur wenig Schulungen für Lehrkräfte zum Umgang mit den neuen Lernmanagementsystemen und digitalem Lernen grundsätzlich. Hier muss dringend nachgebessert werden.  

Bildungsgutscheine als Lösung

Wir schlagen daher vor, Bildungsgutscheine an alle Schülerinnen und Schüler zu verteilen. Diese können bei lokalen Kooperationspartnern, wie Nachhilfeinstituten oder der VHS eingelöst werden. Auch zum Erwerb von Lernmaterialien, wie Übungsheften und Lernsoftware, sollen sie in Geschäften vor Ort eingesetzt werden können. Damit hat man die Möglichkeit, schnelle, unkomplizierte und bedarfsgerechte Hilfe anzubieten. So können die Schülerinnen und Schüler in Absprache mit Lehrkräften und Eltern oder selbst entscheiden, wann und in welcher Form sie Unterstützung in Anspruch nehmen. Dabei sollten die Gutscheine nicht kurzfristig, sondern auch für das gesamte nächste Schuljahr verwendet werden können.

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